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Grundinformationen über die Stadt
Prachatice – Bezirkstadt im Gebirgsvorland des südöstlichen Teiles Böhmerwalds Einwohnerzahl: 12 000 Meereshöhe: 565 m. ü. M Durchschnitts Jahrestemperatur: 5,6 °C Bedeutende Persöhnlichkeiten Køišan z Prachatic – 1360–1439, Rektor der Karlsuniversität, Mathematiker, Astrologe Václav Menšík z Prachatic – Rektor der Prager Universität Jan Hus – Eingeborener von Husinec, hat die städtische Grundschule besucht Antonín Josef Puchmajer – im 18. Jhr wirkte er auf der Pfarrei Jan z Prachatic – hat den St. Stephandom in Wien gebaut. Johann Nepomuk Neumann – 1811–1860, Pfarrer, lebte in den U. S. A., wo er den Bischof geworden ist. Im Jahre 1977 wurde er heiliggesprochen. Aus der Stadtgeschichte
Die Stadt Prachatice gehört zu den alten Kaufgemeinden, die auf dem Goldenen Steig liegen. Die Strecke des Goldenen Steiges gehört zu den bedeutendsten Verbindungen zwischen Böhmen und Donautal. In den ältesten Zeiten führte der Steig nur zum Markt– und Zollgemeinde Alt Prachatice. Der ursprünglicher Name von dem Steig war Prachatizer–, Böhmischer, Salz–, Säumer– Steig. Die Bennenung Goldener Steig kommt von 16. Jhr. Die ersten Erwähnungen über Ihre Existenz kommen schon vom 11. Jhr. In Alt Prachatice hat man die Ware wie Salz, teuere Stoffe, Südobst, Gewürze und Wein und in die andere Richtung Korn, Honig, Wolle, Pelze und Bier umgeladet. Dank dieser Verbindung verdankt die Stadt der Errichtung einer der bedeutendsten tschechischen Zentren und verdankt auch dem erhaltenen Renaissanceschmuck, in dem sich die Blüte der Stadt widerspiegelt. Goldener Steig ist ein Beispiel der Kommunikation, die das Leben den anderen breiten Landschaften, die an die mittelalterlichen Nachbarstaaten grenzen, brachte. Dank diesem Handelsweg hat man nicht nur die Ware gebracht aber auch Gedanken und Kulturimpulse. Es kamen auch die Kolonisten, die das ungastliches Grenzgebiet bewohnt haben. Es sind hier zahlreiche Dörfer und Städte entstanden. Davon bildet die Stadt Prachatice ein Beispiel dafür, wie ein bedeutender Handelsweg das Leben der Leute prägen kann.
Wahrscheinlich schon im 11. Jhr. hat der böhmische König Vratislav I. Prachatice dem Vyšehrader Kapitel zur Nutzniessung aus der Zolleinnahme übergab.Da die Lage der usprünglichen Ortschaft dem Vyšehrader Kapitel nicht entsprach, führte dies zur Gründung einer neuen Stadt. Die erste schriftliche Erwähnung über Prachatice kommt aus dem Jahre 1312 und im Jahre 1323 verleiht der böhmische König Johann von Luxemburg die Stadtrechte.
Nach der ersten erfolglosen Belagerung der Stadt durch die Hussiten im Frühjahr 1420 zog Jan Žižka mit seinen Kämpfern vor die Stadt, die eingenommen wurde und nach dem Zeugnis des Chronikers Vavøinec z Bøezové wurden 85 Bürger in der Sakristei der Kirche des heiligen Jakob verbrannt. Die Stadt tratt zu den Hussiten über. Im Jahre 1436 hat die Stadt derKaiser Zikmund als böhmischen König anerkannt und dank dem wurde die Stadt im Jahre1436 als Königsstadt erklärt. Die Inhaber der Stadt waren Johann Smil aus Køemže, im Jahre 1439 Oldøich von Rosenberg. Er hat die Stadt Prokop aus Rabštejn im Jahre 1439 verkauft. Im Jahre 1501 haben die Stadt wieder Rosenberger gekauft.Unter der Herrschaft der Rosenberger kam die Stadt in eine Blütezeit. Im Jahre 1507 kam es zu grossem Stadtbrand. Nachher kam es zum Umbau alter gotischer Bürgerhäuser im Sinne des damals modernen Renaissancestils. Der Reichtum zeigte sich auch beim Bau des stättischen Rathauses, das unter die meist ausgeschmückten Rathäuser Böhmens gehört. Der letzte Rosenberg Peter Vok verkaufte im Jahre 1601 seine Herrschaft dem Kaiser Rudolf II. Er hat Prachatice unter die königlichen Städte erhoben.
Erst im August 1620 wurde Prachatice durch die kaiserlichen Truppen des Generals Karl Graf Buquoy erobert. Nach dem Ende der langjährigen Kriege im Jahre 1648 nahm auch der Salzhandel ab. Der Kasier setzte die Einfuhr von Salz aus seinen eigenen Ländern durch. Im Jahre 1692 erhöhte Kaiser Leopold den Zoll für die Einfuhr von Salz aus Bayern und verbot die Einfuhr von Salz. Es wurden nur geringe Privat und Stadthäuser erbaut. Das Leben der Stadt hat sich im Grunge genommen nicht verändert, nicht einmal im 19. Jhr. Sie wurde von der Welt abgetrennt und lebte ein kleinstädtisches Leben. Im Jahre 1832 kam es zu einem tragischen Unglück. Gegen Abend brach des 13. April 1832 in der Stadt ein verheerender Brand aus, der sich bei starkem Wind rasch über die ganze Stadt verbreitete und 137 Häuser fielen ihm zum Opfer. Der Brand erfordete 8 Menschensleben.
Dieses Unglück beinflusste empfindlich die weitere Entwicklung der Stadt und ihre Bauentfaltung. Beim Bau der Häusern wurden die alten Renaissance–Giebel entfernt und die alten Sgrafito–Malereien mit neuem Anwurf bedeckt. Die wirtschaftliche Stagnation hat paradoxerweise dazu geführt, dass sich die Stadt ihr „Renaissance–Schmuck“ erhaltlen hat. Im Jahre 1893 erlebte die Stadt eine Verbesserung der Verbindungsmöglichkeiten durch die Eröffnung der Eisenbahnstrecke Vodòany–Prachatice, von wo die Strecke im Jahre 1899 nach Volary erweitert wurde. Spaziergang durch die Stadt –
In den Frühepochen seiner Existenz war die Stadt Prachatice offenbar überhaupt nicht befestigt. Erst im dritten Viertel des 14. Jhs wurden die zwei Stadttore und der erste Ring der Stadtbefestigung um die Stadt herum aufgebaut. Wahrscheinlich handelte es sich nur um aufgeschüttelte Wälle mit hölzernen Bollwerken und Palisaden. Die Steinschanze wurde erst in der ersten Hälfte des 15. Jhs. erbaut. Vielleicht auch als Konsequenz der doppelten Eroberung der Stadt durch das Heer des Jan Žižka aus Trocnov im Jahre 1420. Vor der Schanzemauer, die durch viereckige Türme gefestigt wurde, hat sich der Burggraben erstreckt, der vom Schanzgraben durch eine niedrige Burggrabenmauer getrennt war. In die Stadt kam man durch zwei Stadttore. Es besteht aus dem äusseren und dem inneren Tor, die zu zwei aufgebauten Rangen der Stadtbefestigung gehören. Das äussere Tor ist ein massiver, prismatischer Turm mit breiter Stirnseite, die durch atike Zinnen mit Ecktürmchen endet und mit Sgraffiti vom Rosenberger Rosen geschmückt ist. Das ältere innere Tor ist durch das Satteldach gedeckt und an der Decke seines gewölbten Einfahrtstors sind die reste der Wandzeichnungen vom 15. und 16. Jahrhundert zu sehen. Die Fortifikationsqualität vom unteren Tor erhöhte der sog. Barbakan – grosser rundlicher Vorturmraum des Schtuzringes.
An den Stellen, wo sich das Bauwerk bog, waren die rundlichen Kanonentürme– Basteien platziet. In den Basteien waren in mehreren aufeinanderfolgenden Etagen die Schiessscharten für die Hakenbüchsen verteilt.
Das Obere Tor, sog. Passauer Tor, hat die Säumer, die aus Passau am Salzsteig mit der Salzlast ankamen zuerst begrüsst. Im 30–jährigen Krieg wurde das ganze Tor ziemlich schwer beschädigt und sein neuer äusserer Teil musste abgerissen werden. Der innere Teil ist im Jahre 1859 als Opfer der damaligen Zerstörungswelle der Stadtmauer geworden, die schon lange ihre Funktion verlor. Gegenüber dem oberen Tor lag der sog. Festigungsteich, der in den Bedrohungszeiten der Stadt den Stadtgraben mit Wasser versorgte. An seiner Stelle gründete im letzten Jahrhundert der Verschönerungsverein von Prachatice den Stadtpark mit seltenen Blätter– und Nadelbäumen und mit der Holzgartenlaube in der Mitte. Das Hus–Haus
Nach der mündlichen Überlieferung wohnte in diesem Haus Magister Johannes Hus. Auch die übertüchte Hausinschrift: „In diesem Haus Zimmer wohnte Johannes Hus im Jahre 13 …“ beweist das. Das Hus–Haus“ behielt als eines der weniger in Prachatice seine urprüngliche Form. Die Wände schmückt ein „Rustika“ Sgraffito und ist durch ein ornamental verziertes Rundbogenpotal zugängig (dass zu schönsten in Prachatice zählt). Oberhalb des Fensters im Erdgeschoss sieht man Spuren des damaligen Vysehrader Propsteitums – zwei übereinander kreuzende Schlüssel mit dem Wappen von Wilhelm von Rosenberger.
Kirche des heiligen Jakob
Nach Gründung der neuen Stadt trat man an den Bau einer neuen Kirche heran. Die erste schrifliche Erwähnung stammt aus dem Jahre 1359. Der Bau der Kirche erlebte einige Etappen. Zuerst wurde das Presbyterium bis Ende des 14. Jhrs. fertiggestellt, dann kam es zum Bau der Seitenkapelle des heiligen Kreuzes. Während der Hussitenkriege wurde die Kirche arg beschäftigt und nach Beendigung der Kämpfe begann von neuem die Bautätigkeit. Ihr definitives Aussehen gewann die Kriche erst zur Zeit des 16. Jhs. Weitere Ausgestaltungen im Bau erfolgten hauptsächlich im Inneren im 18. Jhr. Damals erhielt der Turm eine Kuppel in Minaretform und unter ihr einen Rundgang. Um die Kirche war ein Friedhof durch eine Mauer abgeterennt, die man im Jahre 1834 entfernte.
Das Heydel–Haus
Das Haus wurde im Jahre 1557 ausgebaut. Die Geschichte des Hauses ist auch mit der Literatsschule verbunden, die angeblich auch Jan Hus besucht hat. Nach den Archiv-
quellen sollte es jedoch der Prachatizer Familie Heydel gehören. Das eingeschossige Haus mit Attika und Zinnen wird sie sicher interessieren. Die Fassade ist neben den geometrischen Sgraffiti verziert.
Altes Rathaus
Im Jahre 1570–1571 haben die Prachatizer Bürger ein neues herrliche Rathaus bauen lassen. Im Jahre 1719 brach in seiner Nachbarschaft ein Brand aus, der seinen rückwärtigen Teil vernichtete. Im Jahre 1832 erlitt er Brandschaden und im Jahre 1849 wurde das Rathaus umgebaut. Das Rathaus ist mit Bildern Chiorescuro reich geschmückt, mit lateinischen Aufschriften und Bildern versehen, bei auf die Rechtspflege Bezug nehmen. Die Hauptfassade des Rathauses ist durch Holbeins Zyklus „Totentanz“ geschmückt. Und Wiedergabe des Textes auf die tschechische Ausgabe des Buches von Erasmus von Rotterdam. Zu den Klenoiden der Renaissancearchitektur in Böhmen gehört das Rathaus von Prachatice. Das Alte Rathaus, das einigermassen an einen florentinischen Palast erinnert, wird mit dem Stil Balthasars Maio da Vomio, dem Baumeiser, der sich an zahlreichen rosenbergschen Bauvorhaben beteiligte, in Verbindung gebracht.
Neues Rathaus
Das alte Renaissance Haus wurde niedergerissen und an seiner Stelle im Jahre 1903 ein neues Haus erbaut. Die Pläne schuf Professor Anton Schurda aus Wien, die Sgrafito führte der akademische Maler Johann Viertelberger durch.Die Bildhauerarbeiten sind vom akad. Bildhauer Georg Leisek aus Wien. Der Bau hat reichen figuralen Schmuck bezugnehmend auf die Geschichte von Prachatice.
Das Sitter Haus
Ambros Sitter kaufte im Jahre 1581 das Haus von Nikolaus Vacek für seinen Sohn Thomas Sitter. Um das Jahr 1604 führte Sebastian Hájek, Maler aus Prachatice, die Ausschmückung des Inneren durch. Er hat es im den Porträten der böhmischen Könige beschaffen von Václav IV. bis Rudolf II. In den achtziger Jahren wurde im Haus die Kneipe errichtet unt in dem ersten Stockwerk den Studentenwohnheim für die Studenten des deutschen Gymnaziums. Heute gibt es in diesem Haus Muzeum der Stadt mit der Aus-
stellung des Goldenen Steiges.
Das Rumpal Haus
Es wurde im 16. Jhr. erbaut. Nach dem Tode seines Besitzers Sebastian Rumpál im Jahre 1588 gewann es sein Sohn Mathäus, der es bis zu seinem Tode 1640 innehatte. Er vermachte es seinem Onkel Paul Rumpál. Das Haus verblieb bis zum Jahre 1671 im Besitze der Familie Rumpál. Dann kaufte die Stadt das Haus. Das Haus ist mit farbigen Sgrafito reich geschmückt.
Das Fürstenhaus
Benannt auch als schwarzenbergisches Haus. Der Besitzer des Hauses war im 16. Jhr. Jakob Menšík aus Menštìjn. Die Stadt Prachatice kaufte von ihm das Haus im Jahre 1580. Im 18. Bis 19. Jhr diente das Haus als Sitz den Beamten des Grossgrundbesitzers der Stadt Prachatice. Die Seitenwand des Hauses ist mit Sgrafito bedeckt biblich–alegorische, kriegs–, jagd–, und lehrreiche Szenen darstetellend. Die Malereien wurden im Jahre 1839 entdeckt und renoviert. Es sind die einzigen erhaltenen Sgrafito aus dem 16. Jhr. in Prachatice, die mit deutschen Aufschriften versehen sind. Das ursprüngliche Aussehen wurde im 19. Jhr verändert.
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| Fertiggestellt von der Stadt Prachatice im Jahre 2001 |